brief an die eltern

weil vielleicht erklärungsbedarf herrscht: ich zog mir die lungenflügel aus dem körper und legte sie mir auf den rücken um endlich fortzufliegen. sie sind schon schwarz gepunktet von der seuche der stadt CO und nur 2 mal an der zigarette gezogen (ich schwöre es mama ich schwöre) um ihre asche dann in der becherurne zu beerdigen.

falls ihr ein auge auf meine lyrik ausgeworfen habt dann geht es mir gut in der großen asphaltstadt und ihr könnt eure netzhäute gerne einholen kein köder kann mich in den bus nach hause setzen.

mein atem flattert hier über die häuserfassaden die alle gleich sind und doch ihre unterschiede beweisen wollen wie meine geschwister. es gibt hunderttausendundeine mehr straßen als in der heimat

und auch wenn vater mahnte im licht zu bleiben so jagt doch die nacht durch diese gassen und in jede zelle meines körpers.

nein mutter ich rede bestimmt nicht mit fremden ich lade sie wortlos in meine wohnung ein bis sie freunde sind. ja ich weiß dass es nur liebe ist

bitte versteht ich muss noch raum bauen zwischen das tote land und sein lebendiges kind. wohin auch immer diese nikotinbenetzten straßen führen